Kommunikative Bibeln
Aus MennoPedia
Warum kommunikative Bibeln?
Wie fing alles an?
Zwischen 1970 und 1980 kam Bewegung in die Mennoniten-Brüdergemeinde-Jugendarbeit in
Filadelfia. Lehrer Isaak Eitzen – damals kurz aus Kanada gekommen – wollte neue Ideen in die Jugendarbeit integrieren. Ich war damals noch nicht Mitglied dieser Gemeinde, aber ich durfte die Ausläufer dieser “Bewegung” genießen. Es wurde ein Gebetskreis gegründet, in dem ganz intensiv das Material der Navegatoren durchgearbeitet wurde. Lehrer Eitzen hatte eine Liebe zur Jugend, und die Fähigkeit, die Bibel verständlich zu erklären.
Jeden Dienstag um 8:30 Uhr versammelte sich eine Gruppe von 10 Jugendlichen – mit Kaffee und Kuchen - um Lehrer Eitzen, und es wurde das Navegatorenmaterial kommentiert und Frage für Frage durchdiskutiert. Ich erinnere mich noch, als wäre es Gestern gewesen, wie dann einige Mitglieder aus dem Hauskreis, gleich zu Beginn mit der Klage kammen: “Lehrer Eitzen, wir haben den Zusammenhang von Frage und Bibelstelle nicht verstanden.” Ich war damals stolzer Besitzer einer Guten Nachricht-Bibel, und zwar – damals ganz neu – die ganze Bibel, mit Neuem und Altem Testament. Lehrer Eitzen sagte dann meistens nur: “Also, ich glaube, Bertram, du wirst müssen den Text nochmal nach deiner Bibel lesen.” Während ich dann den jeweiligen Text las, waren die meisten Mitglieder des Hauskreises schon beim Ausfüllen der jeweiligen, nicht verstandenen Fragen. Die gängigen Bibeln damals waren: “Luther”, “Elberfelder” (für die ganz Weisen), und wenns hoch kam eine “Bruns”. Hier war eindeutig zu sehen: Man glaubte die traditionellen Bibeln zu verstehen, das Gegenteil war aber oft der Fall.
Dieses war meine erste Begegnung mit dem Dilema der
Verständlichkeit, das traditionelle Bibeln mitsich bringen. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen, und ich habe immer wieder diese “AHA-Erlebnisse” erlebt und miterleben dürfen, die kommunikative Bibeln mit sich bringen. Ich habe auch erfahren, das dieses Problem nicht nur in unserer “verschlossenen” Gesellschaft existiert, sondern dass es ein weltweites Problem unter Christen ist, und dass es die Frohe Botschaft vom Leben nach dem Tod bremst. Es bremst die Frohe Botschaft bei dem “Weitererzählen” , und es bremst auch bei den jungen Christen die anfängliche Freudigkeit zum lesen der Bibel.
Die Palette von jenen, die komplizierte Texte nicht verstehen können ist breit, sie reicht vom Universitätsprofessor bis zum Bauer, vom Sprachdozenten bis zum Anfänger. Dominik Harjung sagt dazu: “Weil es allzu viele Leute gibt, die auf keinen Fall zugeben werden, dass sie solche hochgestochenen Texte nicht verstehen (das gleiche gilt leider auch für schleißiges Bibeldeutsch)..... - und weiter - Was hat jemand davon, wenn er zwar kaum und oft garnicht versteht, was da gemeint ist, dafür aber die treueste und genaueste Übersetzung zu besitzen meint?!”
Ein guter Parameter um Verständlichkeit der Bibel zu testen, ist das “Benötigen von Zusatzmaterial”, um die Bibel zu verstehen. “Zusatzmaterial” können sowohl Kalenderblatt und Bibellexikon, sowie Duden sein. Daher ist auch der Parameter, der die Zahl der Wörter pro Bibel misst, und daran die Genauigkeit der Bibel wiedergiebt, absurd. Die traditionellen Bibeln, die oft als genau eingestuft werden, benötigen meistens mehr Zusatzmaterial, wie die Kommuniktaiven Bibeln, um verstanden zu werden.
Bitte lies doch weiter: [1]
