Mennonitisch-Katholischer Dialog:1001

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Mennonitisch-Katholischer Dialog

Gemeinsam berufen, Frieden zu stiften Bericht über den Internationalen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Mennonitischen Weltkonferenz 1998 – 2003.


Vorwort

1. Im Geist der Freundschaft und der Versöhnung hat zwischen Katholiken und Mennoniten über einen Zeitraum von fünf Jahren, von 1998 bis 2003, ein Dialog stattgefunden. Die Dialogpartner trafen sich fünfmal zur Vollversammlung, jeweils eine Woche lang. Auf den ersten vier Sitzungen wurden von jeder Delegation mindestens zwei Papiere vorgelegt, da die gemeinsame Kommission ihr jeweiliges Verständnis zentraler theologischer Themen und bedeutender Aspekte der Geschichte der Kirche untersuchte. Auf der fünften Sitzung arbeiteten die Partner zusammen an einem gemeinsamen Bericht.

2. Dies war ein neues Verfahren der Versöhnung. Die beiden Dialogpartner hatten vor diesen Gesprächen keinen offiziellen Dialog geführt und machten daher einen Neuanfang. Es war unsere Absicht, Mennoniten und Katholiken zu helfen, die Folgen einer beinahe fünf Jahrhunderte währenden gegenseitigen Abschottung und Feindschaft zu überwinden. Wir wollten erkunden, ob es jetzt möglich sei, eine neue Atmosphäre gegenseitiger Begegnung zu schaffen. Schließlich hat – trotz allem, was uns noch trennen mag – unser beider tiefste Identität ihre Wurzeln in Jesus Christus.

3. Dieser Bericht ist eine Zusammenfassung des fünf Jahre währenden katholisch – mennonitischen Dialogs. Die Einführung beschreibt die Entstehung des Dialogs im Rahmen der gegenwärtigen Vernetzung unter den Kirchen, einschließlich anderer bilateraler Dialoge, an denen Katholiken und Mennoniten in den letzten Jahrzehnten teilgenommen haben. Sie ermittelt die besonderen Faktoren, die zu diesem gesonderten Dialog geführt haben. Die Einführung legt sodann den Zweck und die Themenbereiche des Dialogs dar, nennt die Teilnehmer und berichtet einiges über den Geist, in dem der Dialog geführt wurde. Sie schließt mit der Nennung der Orte, an denen jeweils die jährlichen Dialogsitzungen stattfanden, und nennt die Themen, die während der jeweiligen Sitzung erörtert wurden.

4. Auf die Einführung folgen drei Kapitel. Das erste davon “Eine gemeinsame Betrachtung der Geschichte” fasst die Ergebnisse unseres gemeinsamen Studiums von drei entscheidenden Abschnitten (und den entsprechenden Ereignissen) der Geschichte zusammen, die unsere jeweiligen Traditionen geschaffen und unterschiedliche Deutungen hervorgerufen haben. Das sind 1) der Bruch des 16. Jahrhunderts, 2) die Konstantinische Ära und 3) das Mittelalter als solches. Ziel unseres Studiums war es, die Geschichte gemeinsam neu zu lesen in der Absicht, unsere Deutungen zu vergleichen und zu verbessern. Das erste Kapitel berichtet über unsere gemeinsam vertretenen Einschätzungen und auch über einige unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Geschichtsabschnitte und Ereignisse, die ausgewählt und untersucht wurden.

5. Im zweiten Kapitel “Eine gemeinsame Betrachtung der Theologie” berichten wir über unser gemeinsames und unser unterschiedliches Verständnis der Kirche, der Taufe, der Eucharistie oder des Abendmahls und des Friedens. Bei jedem Thema legen wir die historische theologische Sichtweise der katholischen Kirche und der mennonitischen Kirchen dar.(1) Darauf folgt eine Zusammenfassung unserer Diskussion über die hauptsächlichen Konvergenzen und Divergenzen zu jedem Thema. Von besonderer Bedeutung ist unsere theologische Untersuchung und der Vergleich unserer jeweiligen Friedenslehren. Die Mennoniten sind eine der “Historischen Friedenskirchen”;(2) das bedeutet, dass die Verpflichtung zum Frieden für ihr Selbstverständnisdefinition wesentlich ist. Die Katholische Kirche betrachtet die Förderung der Einheit – und folglich den Frieden – als “zum innersten Wesen der Kirche gehörend”.(3) Ist es daher möglich, dass diese beiden Gemeinschaften gemeinsam Zeugnis ablegen können für das Evangelium, das uns aufruft, in der oft gewalttätigen Welt von heute Stifter des Friedens zu sein?

6. Das dritte Kapitel trägt den Titel “Auf dem Weg zur Heilung der Erinnerungen”. In gewissem Sinne ist jeder zwischenkirchliche Dialog, in dem die Partner danach suchen, Jahrhunderte der Feindschaft oder Absonderung zu überwinden, darauf gerichtet, die schmerzlichen Erinnerungen zu heilen, welche die Versöhnung zwischen ihnen schwierig gemacht haben. Das dritte Kapitel stellt vier Komponenten heraus, die, so hoffen wir, helfen können, eine Heilung der Erinnerungen zwischen Mennoniten und Katholiken zu fördern.

7. Die Mitglieder des Dialog bieten diesen Bericht, die Ergebnisse unserer Arbeit, den Auftraggebern in der Hoffnung an, dass er von Mennoniten und Katholiken nicht nur in ihren jeweiligen Gemeinschaften verwendet werden kann, sondern auch wenn sie einander begegnen, um Versöhnung unter ihnen zu fördern um des Evangeliums willen.

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