Mennonitisch-Katholischer Dialog:1020

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Mennonitisch-Katholischer Dialog

Ziel, Themenbereiche und Teilnehmer


15. Hauptziel des Dialogs war es, einander besser kennenzulernen, ein besseres Verstehen der Positionen bezüglich des christlichen Glaubens, die von Katholiken und Mennoniten vertreten werden, zu fördern und einen Beitrag zur Überwindung der Vorurteile zu leisten, die es lange Zeit zwischen ihnen gegeben hat.

16. Im Lichte dieser Zielsetzung wurden auf jedem der jährlichen Treffen zwei Wege eingeschlagen. Der die Gegenwart betreffende Teil untersuchte die Positionen jeder Seite anhand eines ausgewählten theologischen Schlüsselthemas. Der historische Weg überprüfte die Interpretation jedes Dialogpartners in bezug auf ein besonderes historisches Ereignis oder eine besondere historische Entwicklung, welche die Trennung voneinander im Laufe der Geschichte der Kirche verursacht oder sichtbar gemacht hatte.

17. Um das Studium dieser zwei Wege durchzuführen, baten die Mennonitische Weltkonferenz und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen um schriftliche Ausarbeitungen von Teilnehmern, die historischen oder theologischen Sachverstand und Kenntnis von den Ereignissen, den Themen und den Fragen mitbrachten, die Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Katholiken und Mennoniten haben.

18. Die Mitglieder der mennonitischen Delegation waren Dr. Helmut Harder (Ko-Präsident, Kanada), systematischer Theologe und Mitherausgeber von “A Confession of Faith in Mennonite Perspective”; Dr. Neal Blough (USA/Frankreich), Spezialist für Geschichte und Theologie der Täufer; Rev. Mario Higueros (Guatemala), Leiter des Mittelamerikanischen Mennonitischen Seminars, der selbst fortgeschrittene theologische Studien an der Päpstlichen Universität Salamanca in Spanien absolvierte undmit zahlreichen Kontakten zu Katholiken in Lateinamerika; Rev. Andrea Lange (Deutschland), Mennonitische Pastorin und Dozentin, besonders für Themen, die Theologie und Praxis der Friedenskirchen betreffen; Dr. Howard J. Loewen (USA), Theologe aus den Mennonitenbrüdergemeinden und Experte für die Geschichte der Bekenntnisse der Täufer/Mennoniten; Dr. Nzash Lumeya (D.R. Congo/USA), Missionstheologe und Spezialist für das Alte Testament; und Dr. Larry Miller (Ko-Sekretär, USA/Frankreich), Neutestamentler und Exekutivsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz. Dr. Alan Kreider (USA), Fachmann für alte Kirchengeschichte, stieß zu der Gruppe für das alljährliche Treffen im Jahre 2000.

19. Auf katholischer Seite gehörten zu den Teilnehmern der Most Reverend Joseph Martino (Ko-Präsident, USA), Kirchenhistoriker und Weihbischof von Philadelphia, das in einem Gebiet liegt, in dem es viele Gemeinschaften täuferischer Tradition gibt; Rev. Dr. James Puglisi, SA (USA/Italien), Direktor des Centro pro Unione und Spezialist für Liturgie und Sakramente; Dr. Peter Nissen (Niederlande), Kirchenhistoriker und Fachmann für die Beziehungen zwischen Katholiken und Täufern im 16. Jahrhundert; Msgr. John Mutiso Mbinda (Kenia/Vatikanstadt), Stabsmitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der 1997 an der Weltversammlung der Mennonitischen Weltkonferenz in Kalkutta teilnahm und dessen Arbeit ihn in regelmäßigen Kontakt mit internationalen christlichen Organisationen bringt, an denen Mennoniten zur Zeit beteiligt sind; Dr. Joan Patricia Back (Vereinigtes Königtum/Italien), im Stab des Centro Uno, Ökumenisches Sekretariat der Fokolare-bewegung, deren Gemeinschaften überall auf der Welt Kontakte mit vielen christlichen Gruppen haben, einschließlich der Mennoniten; Rev. Dr. Andrew Christiansen, SJ (USA), Experte für Sozialethik, dessen Tätigkeit in der Friedensarbeit sowohl auf akademischer als auch auf praktischer Ebene ihn in Kontakt und Gespräch mit mennonitischen Wissenschaftlern gebracht hat, und Msgr. Dr. John A. Radano (Ko-Sekretär, USA/Vatikanstadt), Leiter der Westlichen Abteilung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der an verschiedenen internationalen Dialogen teilgenommen hat.

20. Die Atmosphäre bei den Zusammenkünften war sehr herzlich. Jede Seite legte ihre Sicht in den theologischen Fragen so klar und wirkungsvoll wie möglich dar und suchte einen aufrichtigen und fruchtbaren Dialog zu fördern. Da die Gesprächspartner die Sicht des anderen in klarer Darstellung vernahmen, konnten sie nach und nach erkennen, an welchen Teilen des christlichen Erbes sowohl Mennoniten als auch Katholiken gemeinsam festhalten und wo sie beträchtliche Unterschiede haben. Bei der Darlegung ihrer jeweiligen Sicht der Geschichte verzichteten die Mitglieder des Dialogs nicht darauf, es einander zu ermöglichen, deutlich die Kritik zu erfahren, die jede Gemeinschaft traditionell an der anderen geübt hat. Zugleich taten die Dialogteilnehmer dies in der Weise der Selbstkritik, die nötig ist, wenn eine echte Suche nach der Wahrheit stattfinden soll. Es war die beständige Hoffnung, dass die Klärungen in den beiden Bereichen der Studien, dem historischen und dem theologischen Bereich, zur Heilung der Erinnerungen zwischen Katholiken und Mennoniten beitragen möchten.

21. Gebet unterstützte und begleitete den Dialog. Jeder Tag eines jeden Treffens begann und endete mit Gebet und Gottesdienst, geleitet von Mitgliedern der Delegationen. Sonntags besuchten die Dialogteilnehmer den Gottesdienst in einer mennonitischen oder in einer katholischen Gemeinde; das hing davon ab, welche Seite in dem Jahr Gastgeber der Treffen war. Während der Woche veranstaltete die gastgebende Seite einen Ausflug zu Stätten, die mit ihrer Tradition in Verbindung standen. Diese Gottesdienste und Ausflüge trugen dadurch zum Dialog bei, dass sie den Partnern halfen, sich gegenseitig besser kennenzulernen.


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