Mennonitisch-Katholischer Dialog:1670

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Mennonitisch-Katholischer Dialog

Aufgabenfelder für weiteres Studium


107. Kirche und Tradition. Weitere Diskussion ist nötig über unser jeweiliges Verständnis der Beziehung zwischen der Schrift als der höchsten Autorität in Glaubensdingen und der Tradition/Überlieferungen als der unerlässlichen Interpretation des Wortes Gottes.(100) Anerkanntermaßen hat die katholische Kirche ein entfaltetes Verständnis von Tradition in Gottes Offenbarung. Obgleich Mennoniten wohl ein implizites Verständnis der Rolle der Tradition haben, ist der Rolle der Tradition im Verhältnis zur Schrift und zur Entwicklung von Lehre und Ethik wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden.

108. Die Katholizität der Kirche. Übereinstimmend meinen wir, dass es über die Frage der Definition und der Implikationen unseres jeweiligen Verständnisses der Katholizität und der Universalität der Kirche weiteren Studiums und weiterer Diskussion bedarf. Mennoniten glauben, dass alle, die wahrhaft Christus als ihren Herrn bekennen, die getauft sind und ihm im Leben folgen, Glieder der universalen Kirche sind. Für Katholiken bedeutet Katholizität genaugenommen die Fülle des Bekenntnisses des Glaubens, Achtung vor den Gaben des Geistes in ihrer Verschiedenheit, Gemeinschaft mit anderen Kirchen und Zeugnis zu geben in allen Kulturen der Menschheit für das Mysterium Christi in Treue zur apostolischen Tradition.

109. Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit der Kirche. Unsere Übereinstimmung hinsichtlich der Sichtbarkeit der Kirche wirft die Frage auf, was mit den sichtbaren und den unsichtbaren Seiten der Kirche gemeint ist, auf die hingewiesen wird in Ausdrücken wie die “Wolke der Zeugen” (Hebr 12,1) und der “Gemeinschaft der Heiligen”, wie es im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt.

110. Das Amt. Eine vergleichende Untersuchung von Amt, Ordination, Autorität und Leitungsamt in unseren beiden Traditionen ist vonnöten.


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