Mennonitisch-Katholischer Dialog:1740

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Mennonitisch-Katholischer Dialog


Konvergenzen


128. Die katholische Kirche und die mennonitische Kirche sind sich einig, dass die Taufe und das Abendmahl ihren Ursprung und ihren Bezugspunkt in Jesus Christus und in der Lehre der Schrift haben. Beide betrachten die Feier dieser Sakramente/Ordnungen als außergewöhnliche Anlässe, dem göttlichen Angebot der Gnade, die in Jesus Christus offenbar wurde, zu begegnen. Sie sind bedeutsame Momente für die Gläubigen in ihrer Bindung an den Leib Christi und in ihrer Verpflichtung zu einem christlichen Lebensweg. Katholiken und Mennoniten betrachten die Sakramente/Ordnungen als Handlungen der Kirche.

129. Mennoniten und Katholiken sind sich einig bezüglich der grundlegenden Bedeutung und dem Sinn der Taufe als einem Sterben und Auferstehen mit Christus: “Wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln” (Röm 6,4). Wir beide betonen auch, dass die Taufe die Ausgießung des Heiligen Geistes und die verheißene Gegenwart des Heiligen Geistes im Leben der Glaubenden und der Kirche bezeichnet.

130. Katholiken und Mennoniten sind sich einig, dass die Taufe eine öffentliche Bezeugung des Glaubens der Kirche und der Anlass für die Eingliederung neuer Gläubiger in Christus und die Kirche ist. Beide glauben, dass die Taufe ein unwiederholbarer Akt ist.

131. Mennoniten und Katholiken halten eine öffentliche Bezeugung des Glaubens der Kirche zum Zeitpunkt der Taufe für erforderlich. Mennonitische Kirchen taufen aufgrund des eigenen Glaubensbekenntnisses des Taufbewerbers. Das ist auch der Fall beim katholischen Ritus der Erwachsenentaufe. Im Falle der kleinen Kinder legt nach dem lateinischen Ritus der katholischen Kirche die Kirche zusammen mit den Eltern und Taufpaten das Glaubensbekennt-nis im Namen des Kindes ab. Dieses Bekenntnis wird zu einem persönlichen, wenn das Kind in der Lage ist, seine Vernunft zu gebrauchen und den Glauben zu bestätigen. Das geschieht feierlich in der Firmung. Im östlichen Ritus werden alle drei Sakramente zusammen gefeiert, und der Sinn der Firmung ist die Einfügung des Bewerbers in das öffentliche Christuszeugnis und der Empfang der Gnade, die diesem öffentlichen Zeugnis eigen ist.

132. Mennoniten und Katholiken vollziehen den Taufritus als öffentliche Feier der Gemeinde. Beide vollziehen die Taufe durch Ausgießen von Wasser oder durch Untertauchen im Wasser; und sie taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, wie Jesus es angeordnet hat (vgl. Mt 28,19). In mennonitischen Kirchen spendet ein ordinierter Amtsträger der Gemeinde die Taufe. In der katholischen Kirche spendet gewöhnlich der Bischof, der Priester oder der Diakon die Taufe.

133. Mennoniten und Katholiken stimmen hinsichtlich bedeutender Aspekte des Verständnisses des Abendmahls oder der Eucharistie überein: 1) Beide glauben, dass die Feier des A-bendmahls/der Eucharistie ihren Ursprung in Gottes wunderbarem Gnadengeschenk hat, das allen Menschen kraft des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi offen steht. 2) Wir sind uns einig, dass das Abendmahl/die Eucharistie Leiden, Tod und Auferstehung Chris-ti in Erinnerung ruft. 3) Wir sind uns einig, dass das Mahl eine große Gelegenheit bietet, unsere Sündhaftigkeit anzuerkennen und Gnade und Vergebung zu empfangen. 4) Beide feiern die Eucharistie/das Abendmahl, um das christliche Leben zu nähren, den Sinn der Kirche für ihre Sendung zu stärken und unsere Gemeinden zum Leib Christi zu gestalten, um Diener der Versöhnung, des Friedens und der Gerechtigkeit für die Welt zu sein (vgl. 1 Kor 11,17-32; 2 Kor 5,16-21). 5) Beide feiern das Abendmahl/die Eucharistie im Geiste der christlichen Hoffnung als einen Vorgeschmack des himmlischen Festmahls in Vorwegnahme der kommenden Got-tesherrschaft.

134. Mennoniten und Katholiken sind sich einig, dass der auferstandene Christus in der Feier der Eucharistie/des Abendmahls gegenwärtig ist. Christus ist derjenige, der zum Mahl einlädt; er ist gegenwärtig in den Gläubigen, die in seinem Namen versammelt sind; und er ist gegen-wärtig in der Verkündigung des Wortes.


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