Mennonitisch-Katholischer Dialog:1750
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Mennonitisch-Katholischer Dialog
Divergenzen
135. Mennoniten und Katholiken betrachten die Sakramente und Ordnungen als äußere Zeichen, die von Christus eingesetzt sind, aber wir verstehen die Kraft der Zeichen unterschiedlich. Für Mennoniten verweisen die Ordnungen als Zeichen auf das Erlösungswerk Christi und laden zur Teilhabe am Leben Christi ein. Für Katholiken vermitteln die Zeichen zusätzlich zur Teilhabe am Leben Christi ihren Empfängern auch die Gnade, die jedem Sakrament eigen ist.
136. Die katholische Kirche befürwortet sowohl die Kinder- als auch die Erwachsenentaufe und erkennt die mennonitische Taufe, die mit Wasser und im Namen der Dreifaltigkeit vollzogen wird, als gültig an. In den mennonitischen Kirchen wird die Taufe denjenigen vorbehalten, die ihre Bedeutung verstehen und sie aufgrund ihres persönlich angenommenen Glaubens an Jesus Christus begehren.
137. Mennoniten und Katholiken unterscheiden sich teilweise in ihrem Verständnis der Rolle, die ein persönliches Glaubensbekenntnis für die Taufe spielt. Beide sind sich einig, dass das Bekenntnis des Glaubens notwendig ist. Beim katholischen Brauch der Kindertaufe wird das Glaubensbekenntnis jedoch im Namen des Kindes von den Eltern, den Taufpaten und der ganzen Versammlung abgelegt. In den mennonitischen Kirchen, welche die Kindertaufe nicht praktizieren, ist es erforderlich, dass das Glaubensbekenntnis und die Taufverpflichtung persönlich von der Person abgelegt bzw. übernommen werden, die getauft wird. In den mennonitischen Kirchen ist der Brauch, ein Glaubensbekenntnis abzulegen im Namen der Person, die getauft wird und die zum Zeitpunkt der Taufe nicht die grundlegende Bedeutung und die Konsequenzen ihrer Taufe erkennt, nicht annehmbar.
138. Katholiken und Mennoniten trennen sich in ihrem Verständnis der Art und Weise der Gegenwart Christi in der Eucharistie oder dem Abendmahl. Für Mennoniten ist das Abendmahl primär ein Zeichen oder Symbol, das auf Jesu Leiden, Tod und Auferstehung hinweist und dieses Gedächtnis lebendig erhält, bis er wiederkommt. Für Katholiken ist die Eucharistie die Quelle und der Höhepunkt des ganzen kirchlichen Lebens, in der das Opfer, das ein für allemal am Kreuz dargebracht wurde, unter den Gestalten des konsekrierten Brotes und Weines wirklich gegenwärtig wird und dem Vater dargebracht wird als ein Akt der Danksagung und des Lobpreises für das wunderbare, der Menschheit angebotene Werk der Erlösung.
139. Mennoniten und Katholiken trennen sich in ihrem Verständnis der Gegenwart Christi in der Eucharistie/dem Abendmahl. Die Täufer wiesen die Vorstellung zurück, dass es eine wirkliche leibliche Gegenwart Christi in den Elementen von Brot und Wein gibt. Mennoniten betrachten heute die Elemente als Zeichen oder Symbole, welche die Bedeutung des Todes Christi für die Vergebung der Sünden und für die Verpflichtung der Christen zu Liebe und Nachfolge ins Gedächtnis rufen. Im katholischen Verständnis sind im Sakrament der Eucharistie “der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus wahrhaft, wirklich und substanzhaft enthalten”(130) unter den Gestalten von Brot und Wein, die von einem geweihten Bischof oder Priester konsekriert worden sind.
140. Was die Teilnahme am Abendmahl betrifft, so sprechen die meisten Mennonitengemeinden Kirchen eine offene Einladung zur Teilnahme an alle Gläubigen aus, die getauft sind, in ihren Kirchen in gutem Ruf stehen und die zum Herrn und zueinander in der rechten Beziehung stehen. Nach katholischem Verständnis hat die ekklesiale Dimension der Eucharistie Konsequenzen für die Frage, wer zur eucharistischen Kommunion zugelassen werden kann, da die Eucharistie als das Sakrament der Einheit das Stehen in der vollen kirchlichen Gemeinschaft voraussetzt.(131) Darum muß die ekklesiale Dimension bei der Frage nach der Zulassung zur Eucharistie berücksichtigt werden.
