Mennonitisch-Katholischer Dialog:1900

Aus MennoPedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Mennonitisch-Katholischer Dialog


III. Auf dem Weg zur Heilung der Erinnerungen


190. Bittere Erinnerungen haben ihren Ursprung in den Konflikten und Trennungen zwischen Christen und in den Leiden, die sie in den folgenden Jahrhunderten verursacht haben. Gegenseitige Feindschaft und negative Bilder vom jeweils anderen haben zwischen den getrennten Christen der katholischen und der reformatorischen Tradition vom Zeitpunkt der Trennungen im 16. Jahrhundert an bis heute fortbestanden. Seit Beginn dieses Dialogs zwischen Mennoniten und Katholiken ist es daher Absicht und Hoffnung gewesen, dass unsere Gespräche zur Heilung der Erinnerungen beitragen würden.

191. Die Heilung der Erinnerungen umfasst mehrere Aspekte. Sie erfordert eine Reinigung der Erinnerungen, so dass beide Gruppen ein gemeinsames Bild der Vergangenheit haben, das historisch genau ist. Das ruft auf beiden Seiten nach einem Geist der Umkehr – einem bußfer-tigen Geist – für den Schaden, welche die Konflikte dem Leib Christi, der Verkündigung des Evangeliums und einander zugefügt haben. Die Heilung der Erinnerungen getrennter Christen beinhaltet auch die Erkenntnis, dass sie trotz des Konfliktes und ihrer noch andauernden Trennung weiterhin vieles vom christlichen Glauben gemeinsam besitzen. In diesem Sinne bleiben sie miteinander verbunden. Darüber hinaus gehört zur Heilung der Erinnerungen die Offenheit, die Isolation der Vergangenheit zu überwinden und konkrete Schritte zu neuen Beziehungen zu erwägen. Zusammen genommen können diese Faktoren zu einer Versöhnung unter getrennten Christen beitragen.


weiter ...

Persönliche Werkzeuge