Mennonitisch-Katholischer Dialog:1940
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Mennonitisch-Katholischer Dialog
Stellungnahme der mennonitischen Delegation
203. Die Stellungnahme des Exekutivkommitees der Mennonitischen Weltkonferenz “Gott ruft uns zur Einheit der Christen” fordert von seiten der Gemeinschaft der Kirchen der Mennonitischen Weltkonferenz in den Beziehungen zu anderen Christen, einschließlich der Katholiken, eine Gesinnung der Buße. Dort heißt es:
“Als Mennoniten und Brüder in Christo danken wir Gott Dank für Brüder und Schwestern aus anderen Traditionen in aller Welt, die dem Ruf der Schrift folgen und danach streben, als Nachfolger und Nachfolgerinnen unseres Herrn zu leben. Wir bekennen, wir haben nicht unser möglichstes getan, um dem Ruf Gottes nachzu-kommen, der uns auffordert, in Liebe und Dialogbereitschaft Beziehungen zu suchen mit anderen Geschwistern, die ebenfalls Jesus Christus als ihren Herrn bekennen und ihm nachfolgen. Wir halten Friedenstiften und Versöhnung für die Aufgabe aller Christen, aber wir bekennen, wir selbst haben nicht alles Menschenmögliche getan, um Spaltungen innerhalb unserer Kreise zu überwinden und auf Einheit zwischen Geschwistern und Schwestern hinzuarbeiten”.(204)
Im Blick auf die Spaltungen im 16. Jahrhundert erkennen wir, dass die Täufer, weil sie Christus in Treue nachzufolgen suchten, die herrschenden Kirchen und Gesellschaften in Frage stellten. Wir erkennen an, dass es verschiedene und manchmal widersprüchliche Strömungen in der Täuferbewegung gab. Wir glauben, dass es für die Zeitgenossen anfangs schwer war, zwischen den Täufern, die wir als unsere geistlichen Vorfahren reklamieren, - diejenigen, die sich einem biblisch begründeten Pazifismus verpflichtet wußten und bereit waren, für die Sache Jesu das Martyrium zu erleiden – und denen zu unterscheiden, die zum Schwert griffen, weil sie meinten, sie würden den Willen Gottes erfüllen und den Weg für die Wiederkunft Christi vorbereiten. Wir bedauern die Worte und Taten der Täufer, die zum Zerbrechen des Leibes Christi beigetragen haben. 204. Wir bekennen auch, dass wir und andere in unserer Glaubensfamilie es trotz der Verpflichtung, Jesus Christus im täglichen Leben nachzufolgen, oft unterlassen haben, Katholiken Liebe zu zeigen. Zu oft, vom 16. Jahrhundert an bis in die Gegenwart hinein, haben wir gedankenlos Feindbilder und falsche Stereotypen von Katholiken und der katholischen Kirche aufrechterhalten. Wir drücken unser Bedauern darüber aus und bitten um Vergebung.
