Mennonitisch-Katholischer Dialog:1960

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Mennonitisch-Katholischer Dialog


C. Ermittlung eines gemeinsamen christlichen Glaubens


207. Der theologische Dialog kann zur Heilung der Erinnerungen dadurch beitragen, dass er den Dialogpartnern hilft zu ermitteln, bis zu welchem Grade sie trotz der Jahrhunderte der Trennung den christlichen Glauben weiterhin teilen. Mennoniten und Katholiken haben in diesem Dialog einander ihre eigenen Traditionen erläutert. Dies trug zu einem tieferen gegenseitigen Verstehen und zu der Erkenntnis bei, dass wir an vielen grundlegenden Aspekten des christlichen Glaubens und Erbes gemeinsam festhalten. Diese gemeinsamen Elemente sind neben den ungelösten Fragen und unterschiedlichen Meinungen im II. Kapitel umrissen.

208. Katholiken und Mennoniten sind überzeugt, daß die erste Verpflichtung eines Christen das Gotteslob ist und dass alle Aspekte des christlichen Lebens ihre Wurzeln im Gebet haben müssen. Darum haben wir im Verlauf der fünf Jahre dieses Dialogs jeden Tag mit gemeinsamem Gebet begonnen und beendet. Gemeinsam lasen und bedachten wir die Schrift und sangen geistliche Lieder. Jedes Jahr feierten wir am Sonntag den Gottesdienst in den Kirchen des jeweils anderen, um das gegenseitige Verstehen unserer Traditionen zu vertiefen.

209. Zu den bedeutsamen Aspekten des christlichen Lebens, an denen Katholiken und Mennoniten gemeinsam festhalten, gehören der Glaube an Jesus Christus als den Herrn und Erlöser (wahrer Gott und wahrer Mensch), der Glaube an die Dreifaltigkeit, wie er im Apostolischen Glaubensbekenntnis ausgesagt ist, und zahlreiche Perspektiven hinsichtlich der Kirche. Wir können auch in vielem übereinstimmen, was die Taufe und das Abendmahl als grundlegenden gnadenvollen Feiern des erlösenden Handelns Gottes in Christus betrifft. Wir haben eine Menge gemeinsam bezüglich der Rolle der Kirche in Fragen der Sendung und der Evangelisation, des Friedens und der Gerechtigkeit und des Lebens in der Nachfolge. Überdies sehen sich sowohl Mennoniten als auch Katholiken vor die Herausforderung gestellt, wie der Glaube in einer zunehmend säkularen Welt zu vermitteln ist, und beide ringen mit der Vielschichtigkeit der Beziehungen zwischen Kirche und Staat.

210. Während wir erkannten, dass wir an vielen grundlegenden Glaubensüberzeugungen gemeinsam festhalten, haben wir auch bedeutende Unterschiede ausgemacht, die uns weiterhin trennen und so weiteren Dialog erfordern. Obwohl wir nicht in voller Gemeinschaft miteinander stehen, erlaubt der substantielle Gehalt des apostolischen Glaubens, den wir, wie wir heute feststellen, gemeinsam haben, dennoch, dass wir uns als Mitglieder der katholischen Delegation und der mennonitische Delegation gegenseitig als Brüder und Schwestern in Christus betrachten. Wir hoffen, dass andere ähnliche Erfahrungen haben können und dass diese zur Heilung der Erinnerungen beitragen.


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