Mennonitisch-Katholischer Dialog:1970
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Mennonitisch-Katholischer Dialog
D. Verbesserung unserer Beziehungen
211. Wir glauben, dass der Aufruf, neue Beziehungen zu fördern, ein anderer grundlegender Teil der Heilung der Erinnerungen ist. Die bedeutsamen Elemente unseres gemeinsamen Ver-ständnisses der Grundlagen des christlichen Glaubens, die in diesem Dialog ermittelt wurden, können ein ausreichendes theologisches Fundament legen, auf dem gebaut werden kann. Un-sere Erfahrung, die Geschichte gemeinschaftlich neu zu lesen, legt den Gedanken nahe, dass eine gemeinsame Betrachtung derjenigen Zeitabschnitte, in denen unsere Konflikte entstanden sind, ein neues Licht auf die Vergangenheit werfen und ein Klima für bessere Beziehun-gen in der Zukunft schaffen kann. Jahrhunderte lang lebten unsere Gemeinschaften mit den Erinnerungen, die aus den Konflikten des 16. Jahrhunderts stammten, und in Abschottung voneinander. Können wir nicht unsere Bemühungen verstärken, um heute neue Beziehungen zu schaffen, so dass kommende Generationen auf das 20. Jahrhundert mit guten Erinnerungen als auf eine Zeit zurückblicken können, in der Mennoniten und Katholiken begonnen haben, Christus immer mehr gemeinsam zu dienen?
212. In der Tat beginnt, wie die Einführung zu diesem Bericht schon andeutete, der Aufbau verbesserter Beziehungen, weil Mennoniten und Katholiken miteinander reden. Auf internationaler Ebene ist dieser Dialog ein bedeutsames Zeichen, dass die katholische Kirche und die Mennonitische Weltkonferenz willens sind, sich um Christi willen um gegenseitige Verständigung und bessere Beziehungen zu bemühen. Wir glauben, niemand sollte die Tragweite dessen unterschätzen, was es für unsere beiden Christenfamilien, die Jahrhunderte getrennt waren, bedeutet, ins Gespräch zu kommen.
213. Auf Ortsebene haben sich bereits in mehreren Teilen der Welt Katholiken und Mennoniten hin und wieder im theologischen Dialog und in der praktischen Zusammenarbeit betätigt. An verschiedenen Orten findet zwischen dem Mennonitischen Zentralkommitee und der Caritas oder katholischen Hilfsdiensten eine Zusammenarbeit in humanitären Angelegenheiten statt. Wir hören von Mennoniten, die mit Katholiken in den USA, im Mittleren Osten und in Indien arbeiten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und selbst wenn zahlreiche lokale katholisch – mennonitische Initiativen vor Ort inoffiziell und personengebunden sind, dienen sie der umfassenden Kirche dadurch, dass sie falsche Zerrbilder voneinander und gegenseitige Vorurteile übereinander überwinden helfen.
214. Im Licht dieser Situation ermutigen die Dialogmitglieder Mennoniten und Katholiken, sich gegenseitig zu gemeinsamem Studium und zu gemeinsamem Dienst zu verpflichten. Zu den Aufgabenfeldern gemeinsamen Tuns könnten gehören eine Überprüfung der Geschichtsbücher auf beiden Seiten, Teilnahme an der Gebetswoche für die Einheit der Christen, gegenseitige Verabredung bei missiologischer Überlegung, bei Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit, einige Programme zur Glaubensschulung unter unseren jeweiligen Mitgliedern und Besuche “zum Kennenlernen” zwischen Katholiken und Mennoniten am Ort und darüber hinaus.
